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Eis gekühlter Bommerlunder…

Ja, wir waren dabei…. ESC 2019

 

Tag 0,5: Pünktlich um 14 Uhr startet der VIP-Bus der SG Urbich in Deutschlands schönster Stadt Richtung Italien zum European Silver Cup. Nach und nach steigen (fast) alle unserer Teilnehmer in den Bus ein – mit dabei auch ein ernst dreinschauender Reiseleiter mit dunkler Sonnenbrille und einem dicken Stapel Papierkram. Jetzt noch neue Spielzüge und detaillierte Analysen zu jedem Team!? Aber Entwarnung, es ist „nur“ Coach Tobias, der sich am Abend nach ein/zwei Bier doch noch als geselliger Typ entpuppen wird.

Also geht es nun ab auf die Autobahn mit schöner Musik und guter Laune. Nach 2 Stunden Autobahn steigt dann auch Nummer 8 dazu…der Lange, pünktlich wie immer… Nun fehlt nur noch eine – Pavla, aber die startet 20 Uhr von Berlin Richtung Leipzig und von dort im multikulturellen Bus nach Italien. 

In Lindau gibt es einen kurzen Tankstopp und dann geht es über die Grenze weiter in die Alpen und über den San-Bernadino-Pass. Den Ausblick erlebt allerdings nicht jeder, denn einige hatten bis zur letzten Minute vor der Abfahrt gearbeitet oder die Schulbank gedrückt. Kurz nach 22 Uhr haben wir dann unser Hotel erreicht. Aufgrund der wenig erschwinglichen Preise an der Hotelbar und der angespannten Stimmung wurden wir aber alle nicht mehr alt.

Unsere Mannschaft zum ESC 2019 (Foto: Joachim Fromm) Unsere Mannschaft zum ESC 2019 (Foto: Joachim Fromm)

Tag 1: Aufstehen, Frühstück, ab in die Innenstadt von Mailand. Und kaum zu glauben, die gute Laune hat uns erreicht – juhu! Wir machen einen kleinen Spaziergang rund um den Dom und trinken einen italienischen Kaffee, bevor wir 13 Uhr Pavla am Bahnhof einsammeln. Dann geht es vervollständigt Richtung Turnhalle zum ersten Spiel. Die Stimmung passt und unsere Spielerin mit Migrations-Hintergrund bekommt gleich die wichtigsten Lieder erlernt. So entsteht aufgrund einiger Textschwierigkeiten auch der Titel dieser Story. Mit unserer deutschen Pünktlichkeit sind wir fast noch vor dem Veranstalter in der Turnhalle. Genug Zeit zum Umziehen und ausführlichen Erwärmen – so viel Zeit werden wir vor den kommenden Spielen nie wieder dafür aufbringen (können). Es folgt das erste Match gegen den Gastgeber und späteren Turniersieger Rovello. Beiden Teams merkt man an, dass sie noch in das Turnier finden müssen. Nichtsdestotrotz verkaufen wir uns gut. Der Endstand 35:67 klingt am Ende deutlicher, als das Spiel tatsächlich war. Am Abend folgt noch die offizielle Eröffnungsfeier und das Gala Dinner – wenig erwähnenswert. Aber wir waren auf jeden Fall das bestaussehendste Team von allen mit dem meisten Spaß.

Tag 2: Müüüde. Und gleich das erste Spiel des Tages – gegen das polnische Team. Das erste Drittel haben wir wie so oft verschlafen und laufen nach 10 Minuten schon mit 10 Punkten hinterher. Dann schlagen wir uns gut, kämpfen uns heran, spielen insgesamt an unserem oberen Leistungsniveau. Am Ende reicht es knapp nicht – schade, das Spiel hätte man mit etwas mehr Glück auch gewinnen können, aber die Leistung und Einstellung hat auf jeden Fall gepasst und lässt auf mehr hoffen. Im nächsten Spiel gegen Portsmouth halten wir ganz gut mit, aber können im Angriff nicht genug punkten, um den englischen Sieg zu gefährden. Es folgt das Spiel gegen Lausanne…eher ein Trauerspiel, da jeder seine Kräfte für das folgende gegen Madrid sparen möchte. Nach grauenvollen 15 Minuten und zwischenzeitlichem 1:17, spielt Lukas dann wieder und es fallen ein paar mehr Punkte für uns. Dennoch bleibt die Defensequalität der Schweizer echt beeindruckend… Pünktlich 18 Uhr geht es dann gegen Spanien. Hier haben wir uns noch gute Chancen ausgerechnet. Wieder einmal sind die ersten Minuten zum Vergessen und wir haben bereits einige Punkte Rückstand. Wir kämpfen uns wieder ran, sind sogar 2 Punkte vorne. Am Ende geht uns in den letzten 5 Minuten die Puste aus. Trotz allem – ein tolles Match, in dem alle ihr Können zeigen und Janice als Rechtsangreiferin (übrigens die einzige Angreiferin des Turniers) ein punktereiches Spiel macht. 

Fanta7 - total abgekämpft (Foto: privat) Fanta7 – total abgekämpft (Foto: privat)

Tag 3: Heute nicht nur müde, sondern auch Aua. Naja, zwei Spiele gibt es noch zu bestreiten, diesmal gegen den Viertplatzierten der anderen Gruppe. Wieder ein englisches Team, dabei liegt uns deren Spielweise nicht so sehr. Aufwärmen, los geht’s. Es war einmal ein verschlafenes erstes Drittel… Wir sind schon wieder einige Punkte hinterher, dabei hatten wir uns doch eigentlich gute Chancen ausgemalt. Der Frust scheint Wunder zu bewirken, wir kämpfen uns ran, liegen aber bis 10 Minuten vor Ende immer 3/4 Punkte zurück. Dann ziehen wir nochmal an und die Engländer werden nervös. Es wird ein Herzschlagfinale und es endet…unentschieden. Verlängerung. Wir haben uns schon längst in einen Tunnel gespielt und spielen nun die wohl souveränsten 5 Minuten des Turniers. 110% Konzentration von allen, gute Punkte von den Rechtsangreifern und eine Defense, die fast alles fängt, beschert uns am Ende einen Sieg. Dieses Spiel hat der Kampfgeist gewonnen (und eine super Laufleistung von Mittelmann Kai). Alle sind happy und erleichtert. Wir genießen in der Pause die italienische Sonne und erholen uns ein wenig. Das Spiel um Platz 9 ist erneut gegen Madrid. Jeder mobilisiert noch einmal seine letzten Kräfte, aber unsere Körner scheinen gegen die Engländer verschossen. Die Spanier machen ihre Sache gut und sind am Ende einfach einen Ticken effektiver. Trotzdem ein schönes Spiel, mit dem man beruhigt den Heimweg antreten kann. Es dauert auch nicht lange, da schläft der ganze Bus – nur der gut gelaunte Reiseleiter bringt uns sicher durch die Berge – danke an die Fahrer Tobi und Kai. 23 Uhr ist dann auch der letzte Spieler gut zu Hause angekommen (und Pavla noch im Nachtzug unterwegs).

Abschlussfoto Fanta 7 und Madrid (Foto: privat) Nach dem Match…. Fanta 7 und Madrid (Foto: privat)

Fazit: Platz 10 bei unserem ersten internationalen Turnier. Relativ konstante, starke Leistung unserer Fanta7 mit super Kampfgeist. Und rundherum ein gelungenes Wochenende mit viel Spaß als Team. Alles sehr zufriedenstellend! 


Wir freuen uns auf die Deutsche Meisterschaft im Juni in Erfurt und den hoffentlich nächsten ESC.